Provi­sion oder Honorar?

https://youtu.be/ksdSIm_UMsw
 

Worum geht es?

Ist es güns­tiger, Honorar zu zahlen, anstatt Provi­si­ons­ta­rife zu wählen? In diesem Video kläre ich über einige Fakten auf, die vielen nicht bewusst sind.

Inhalt des Videos:

Im heutigen Video geht es mal um die Provi­sion. Provi­sion und Cour­tage, wo ist der Unter­schied? Und lohnt es sich, einen provi­si­ons­freien Tarif abzu­schließen? Und da dann ein Honorar zu zahlen für die Vermitt­lung. Wie das Ganze funk­tio­niert und wie sich das für dich auswirkt, erfährst du in diesem Video.

Tach zusammen, hier ist der Lehnen. Ich bin unab­hän­giger Finanz und Versi­che­rungs­makler aus Dort­mund, und ich helfe meinen Mandanten, sich finan­ziell zu verbes­sern. 

Bevor wir anfangen, gebe ich dir nochmal ganz kurz ein paar Sekunden Zeit, falls du es noch nicht gemacht hast, dann kannst du nämlich jetzt mal eben den Kanal abon­nieren. Am besten machst du auch die Glocke direkt an, dann kriegst du immer sofort mit, wenn hier etwas Neues passiert. Und du hast die besten Tipps zu Finanzen und Versi­che­rung sofort in der Tasche. 

Provi­sionen gibt es bei einem Versi­che­rungs­makler gar nicht. Das heißt beim Versi­che­rungs­makler Cour­tage. Provi­sionen heißt das bei einem Vertreter. Der Vertreter ist Ange­stellter oder Handels­ver­treter eines Versi­che­rungs­un­ter­neh­mens und er hat den Auftrag Versi­che­rungen zu verkaufen. Und wenn er das gemacht hat, kriegt er dann halt eine Provi­sion. Der Makler ist unter­wegs im Auftrag des Mandanten. Denn der Mandant erteilt dem Makler das Mandat. Das ist recht­lich gesehen ein Geschäfts­be­sor­gungs­ver­trag. Und dann kriegt er für seine Tätig­keit, den passenden Versi­che­rungs­schutz zu finden, eine Cour­tage. Also spreche ich gleich eher von Cour­tagen anstatt von Provi­sionen. 

Die Bezah­lung

Wie werde ich jetzt als Versi­che­rungs­makler bezahlt? Grund­sätz­lich ist es so, dass der Groß­teil der Mandanten, von sich aus sagt, ich hätte das schon gerne so, dass du das Geld bekommst, von den Gesell­schaften, die du mir vermit­telt oder die du betreust und nicht von mir selbst. Das hat einfach den Hinter­grund, dass die meisten Leute in Deutsch­land, es nicht gewohnt sind, einen Versi­che­rungs- und Finanz­men­schen aus eigener Tasche zu bezahlen. Bei einem Anwalt, beim Steu­er­be­rater ist das selbst­ver­ständ­lich. Da kriegst du dann, nachdem du da eine Bera­tung gemacht hast oder nachdem der dich vor Gericht vertreten hat, kriegst du eine satte Rech­nung. Satt heißt, die ist meis­tens größer, als man sich das so wünscht. Und dann kannst du die zahlen, und das machen die meisten dann auch. 

Beim Versi­che­rungs­makler ist das anders. Oder im Versi­che­rungs­be­reich gene­rell. Weil die meisten Leute dann einfach sagen, ich kriege ja eine Bera­tung und eine Vermitt­lungs­dienst­leis­tung quasi kostenlos. Dass die dann indi­rekt zahlen, indem dann in dem Vertrag eine Cour­tage einkal­ku­liert ist, unab­hängig übri­gens davon, ob du das beim Vertreter machst oder ob du das beim Makler machst oder ob du das im Internet machst. Eine Provi­sion fließt da immer. 

Und der einzige Ausnah­me­punkt ist, wenn du ein Hono­rar­ver­trag machst mit dem jenigen und dann kannst du einen Versi­che­rungs­ver­trag bekommen, ohne Provi­sion und ohne Cour­tage. Und dann zahlst du aber ein Honorar, dem Vermittler. Das ist dann ein Vermitt­lungs­ho­norar, wie der Name schon sagt. 

Meine Erfah­rung ist, dass das sehr, sehr wenige Mandanten wollen. Und ich zeig dir heute an einem Beispiel, bei einer Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung beispiels­weise, warum das auch nicht immer lohnens­wert ist. Es gibt natür­lich Fälle, wo schon sinn­voll ist. Aber dann ist es wieder die Frage, kann der Mandant  das über­haupt? Steigen wir mal ganz kurz ein. Ich habe mir ein paar Notizen gemacht, und ich hab jetzt mal ein Beispiel gerechnet. Wir nehmen jetzt mal einen Menschen, der 1995 geboren ist und der sagt, ich möchte gerne als Büro­kauf­mann eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung haben, und ich brauche 1500 Euro monat­liche Rente.

Das weiß der meis­tens nicht. Meis­tens erklärt das dann eher der Berater. Aber wenn er dann sagt, okay, 1500 Euro Rente bis 67, was kostet denn das jetzt, als Büro­kauf­mann? Und jetzt hab ich dann das Beispiel gerechnet, ein ganz normaler Tarif bei einem Versi­cherer, ich habe jetzt einfach nur mal einen genommen. Norma­ler­weise vergleicht man da verschie­dene und guckt sich das dann an. Aber für dieses Beispiel hab ich jetzt mal einen genom­mene. Und dann kam dann heraus, in einem ganz normalen, soge­nannten Brut­to­tarif, 66 Euro 24 . Ein Brut­to­tarif ist ein Tarif, wo halt eine Cour­tage, eine Provi­sion einge­rechnet ist, und die kriegt dann der Vermittler. Dann zahlt der also 66 Euro 24. Und jetzt gibt es, ob das jetzt Verbrau­cher­schützer sind oder Presse oder was auch immer immer wieder mal Stimmen, ja, es ist ja viel, viel besser, wenn du einen Netto­tarif nimmst. Und das will ich dir mal zeigen, am Beispiel der Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. 

Eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung, 1500 Euro, wieder genau das gleiche. Der gleiche Mensch, wurde 1995 geboren und bis 67 als Büro­kauf­mann, zahlt in einem Honorar Tarif, also in einem Tarif, wo keine Cour­tage drin ist, 61 Euro, in dem Fall tatsäch­lich glatt, genau 61 Euro, anstatt 66 Euro 24. Das heißt, er zahlt eine Diffe­renz von 5 Euro. Und das ist jetzt dann der Unter­schied zwischen einem Brutto- und Netto­tarif. Jetzt muss man sich ja einfach nur mal ausrechnen, was spart er denn da jetzt? 42 Jahre zahlt er 5 Euro weniger und 42 mal 12 mal 5 sind dann halt 2520 Euro, die er sich in dem Netto­tarif spart. Natür­lich ist das Geld, aber auf 42 Jahre muss man natür­lich auch die Infla­tion einrechnen.

Wenn man das also jetzt einfach mal runter rechnet mit Infla­tion. Dann kommt man eher tenden­ziell auf netto 3 Euro 20, die das unge­fähr kostet. Aber wir nehmen jetzt einfach mal die Gesamt­summe 2520 Euro. Finde ich persön­lich auf 42 Jahre jetzt eher zu vernach­läs­sigen. Aber jetzt kommts. Was passiert denn jetzt eigent­lich in diesem gesamten Bera­tungs­pro­zess? 

Der Bera­tungs­pro­zess

Zunächst erstmal findet eine Daten­auf­nahme statt. Also, das heißt, was ist aktuell Situa­tion? Dann gibt es von Seiten des Vermitt­lers, also des Maklers beispiels­weise, einen Vergleich. Okay, gucken wir mal, was kostet denn das bei verschie­denen Gesell­schaften, wenn man dich so und so absi­chern möchte? Dann gibt es eine Bera­tung. Also lieber Kunde, so und so würde ich das machen. Folgen­der­maßen sieht das bei den Gesell­schaften aus und so weiter und so fort. Dann sagt der Kunde, alles klar, finde ich gut, machen wir mal so. Dann geht der Makler oder ich, gehe dann mit dir die Gesund­heits­fragen durch. Das ist dann so eine ganze Latte an Fragen, wo man dann halt bespricht, was hast du denn bisher so gehabt?

Dann stellt man fest. Ja, da waren schon so ein paar Wehweh­chen. Man müsste sicher­heits­halber mal die Kran­ken­akte anfor­dern beim Arzt. Oder sich beispiels­weise eine Leis­tungs­über­sicht von der Kran­ken­kasse kommen lassen. Damit man wirk­lich die Gesund­heits­fragen voll­kommen akkurat beant­wortet. Dann gibt es eine soge­nannte Vorprü­fung, man schickt also zum Beispiel, zu verschie­denen Gesell­schaften, anony­mi­siert die Daten, und die Gesell­schaft meldet zurück, alles klar, da würden wir folgenden Risi­ko­zu­schlag benö­tigen, oder wir würden einen Ausschluss verein­baren, oder wir nehmen den glatt an, oder wir lehnen den sogar ab.

Dann spreche ich wieder mit dem Mandanten, so folgen­der­maßen sieht das aus. Gesell­schaft A hat gesagt, Gesell­schaft B hat gesagt, Gesell­schaft C hat gesagt Was willst du denn jetzt gerne machen? Und danach sagt der Kunde, alles klar, können wir so machen, nehme ich Gesell­schaft B, und das Ganze wird bean­tragt. Dann hat der Makler wieder die Aufgabe, das zu prüfen, ob das hinterher auch ordnungs­gemäß poli­ciert worden ist, und ist dann zukünftig dafür da, als Ansprech­partner zur Verfü­gung zu stehen. Wenn beispiels­weise sich das Einkommen mal geän­dert hat und wenn du jetzt sagst, ich bin umge­zogen, brauche eine andere Adresse und so weiter und so fort.

Es klang jetzt unglaub­lich lang, oder? Ich hab es auch extra jetzt mal so ein biss­chen ausge­breitet, damit du verstehst, da ist ja Arbeit mit verbunden. Und bei so einem Berufs­un­fä­hig­keits­fall könnte auch locker mal 100 Stunden bei raus­kommen. Insge­samt. Also du sitzt nicht Stunden, 10 Stunden lang mit deinem Makler oder mit mir zusammen, aber in der Tat, kann das von vorne bis hinten auch durchaus mal 10 Stunden dauern. So, und jetzt stell dir mal vor, du hättest jetzt ein Honorar von 250 Euro die Stunde verein­bart, und du würdest  dann eine Rech­nung bekommen, über 10 Stunden Arbeit, verrechnet mit 250 Euro, du würdest also zwei­ein­halb tausend  Euro zahlen müssen.

Das ist im Prinzip ja sehr vergleichbar mit dem, was du eigent­lich beim Netto­tarif einsparst. Also frag ich mich an der Stelle wieder, warum sollte man über­haupt Netto­tarif nehmen? Weil unterm Strich zahlst du das gleiche, was du beim anderen auch gezahlt hast. Nur das Schlimme ist, du zahlst es sofort. Bei einem Brut­to­tarif, also mit Provi­sion oder Cour­tage, zahlst du das dann halt auf sodass 42 Jahre verteilt. Und mal ganz ehrlich ich hab jetzt hier einen 25 jährigen genommen. Ein 25 jähriger Typ, der eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abschließen will, der sagt nicht, na gerne zahle ich dir zwei­ein­hald tausend Euro. Die habe ich sowieso für solche Fälle auf dem Tages­geld­konto. Wohin soll ich es denn über­weisen? 

Das macht er nicht, weil das einfach viel zu viel Geld ist. Und das ist ja nur ein Konzept­be­reich. Und deshalb bin ich der Meinung, dass es in den meisten Fällen,  in dem Bereich Einkom­mens­si­che­rung zum Beispiel, gar nicht lohnt und gar nicht möglich und reali­sierbar ist, dass man ein Honorar nimmt vom Kunden, weil das ist der Kunde heut­zu­tage erstens nicht gewohnt und zwei­tens will er das meis­tens gar nicht zahlen.

Im Alters­vor­sor­ge­be­reich sieht es dann wieder anders aus oder auch im Bereich Geld­an­lage. Jetzt ist es so, dass ein Honorar sich da auf verschie­dene Arten und Weisen berechnen kann. Das heißt, du rech­nest jetzt zum Beispiel die Beitrags­summe. Das heißt 200 Euro mal 12, mal 42 ist dann eine Summe X. Und davon ein gewisser Prozent­satz, kann dann als Vermitt­lungs­ho­norar fällig werden. Du kannst aber auch einen Stun­den­lohn verein­baren, du kannst auch eine Pauschale verein­baren. Das ist jetzt eine Sache, da kann ich jetzt keine Zahlen nennen, weil das Geschäfts­mo­dell abhängig ist. Und das kommt dann indi­vi­duell darauf an, wie der jewei­lige Vermittler sein Geschäfts­mo­dell eben aufge­baut hat. Natür­lich kommt hinten meis­tens mehr raus, wenn du einen provi­si­ons­freien Tarif nimmst. Aber das Honorar ist in der Regel so hoch, dass sich das kaum jemand erlauben kann. Anders sieht das aus bei Kunden, die ich zum Beispiel auch berate, die sagen, ich habe hier 100 000 Euro auf dem Konto liegen, ich würde das gerne anlegen. Wenn ich dann sage, ein gewisser Prozent­satz davon ist mein Vermitt­lungs­ho­norar, dann haben Sie damit kein Problem, weil die sagen,  ist mir doch jetzt egal, ob ich das inner­halb des Vertrages verrechnet bekomme oder ob ich das dir direkt zahle. Und das ist dann auch in Ordnung. Nur wenn du jetzt jemanden hast, der monat­lich spart, dann ist die Grund­lage der Berech­nung, in der Regel, die Beitrags­summe. Und das Schlimme ist, ich habe es leider auch erlebt, dass Vermittler an so einer Stelle,  den Kunden über­vor­teilen.

Das heißt, es wird ein schön­ge­rechnet, okay, hinten kommt ja wesent­lich mehr raus, machen wir doch ein Honorar. Ach hast du nicht auf einmal, kein Problem. Dann machen wir jetzt eine Raten­zah­lungs­ver­trag. Da gibt es auch Dienst­leister für, die sich dann auch nochmal richtig Geld einkas­sieren. Manchmal habe ich es dann auch schon erlebt, dass der Vermittler dann gesagt hat, da muss ich ja das, was ich an den Dienst­leister zahle, erst nochmal dem Kunden wieder aufschlagen, damit da mehr bei mir hängen­bleibt.

Und dann kommt ein richtig satter Betrag zusammen. Das ist dann wirk­lich teil­weise viel mehr, als jemand bekommen würde, wenn er einfach nur das über Provi­sion, also Cour­tage macht. Und das finde ich dann echt nicht in Ordnung. 

Abschlie­ßend nochmal meine persön­liche Meinung. Es gibt schon Bereiche, wo es manchmal sinn­voll ist, einen Netto­tarif zu nehmen und dafür dann ein Honorar zu zahlen. Aber wie gesagt, prak­tisch gesehen kommt das gar nicht oft vor, weil die Leute das Geld nicht da liegen haben und auch nicht bereit sind oder in der Lage, das mal eben so zu zahlen. Und es geht ja meis­tens um größere Summen. 

Das heißt, wenn du jetzt die Situa­tion hast, dass du sagst, ich will eigent­lich eine vernünf­tige Bera­tung haben. Ich will einen coolen Berater haben, der mich auch ein Leben lang begleitet, der mir ein cooles Finanz­kon­zept macht. Dann guckt da nicht zu sehr darauf, was ist denn jetzt da innen drin an Kosten drin, sondern achte erstmal auf das Gesamt­kon­zept. Und danach kann man dann über­legen, gibt es viel­leicht einzelne Bereiche in dem Konzept, die du gegen Honorar viel­leicht besser abschließen kannst oder machen kannst?

Und an der Stelle, wie gesagt, ich mach beides. Ich kann auch beides machen, unab­hängig davon, in welchem Bereich. Aber ich rate teil­weise auch einfach davon ab, indem ich dann ganz klar vergleiche, so sieht das aus, so sieht das da aus. Und dann kann der Kunde das entscheiden. 

Wenn dir das Video gefallen hat, hinter­lasse doch gerne mal ein Like und schreib mir mal in die Kommen­tare, was hältst du vom Thema Hono­rar­be­ra­tung,  Hono­rar­ver­mitt­lung oder Cour­tage und Provi­sion. Welche Erfah­rungen hast du bisher gemacht? Wenn dir das Video beson­ders gut gefallen hat, dann teil das ruhig mit einem Freund und hilf ihm dabei, viel­leicht eine Entschei­dung zu finden. Wenn du mich persön­lich kennen­lernen willst, kannst du das unter diesem Link hier machen. Dann buche einfach ein kosten­loses Kennen­lern­ge­spräch. Und ich freue mich, dich bald wieder­zu­sehen, wenn es wieder heißt, Finanz Freitag.

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