Leis­tungs­dy­namik in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Warum du dir Gedanken zur Leis­tungs­dy­namik machen solltest

Wer eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung (BU) abschließt, denkt meist an die monat­liche Rente, die im Ernst­fall ausge­zahlt wird. Doch was viele unter­schätzen: Die Renten­phase kann Jahr­zehnte dauern – und in dieser Zeit verliert Geld durch Infla­tion an Wert. Ohne Dynamik kann eine BU-Rente, die heute auskömm­lich erscheint, in zwanzig Jahren kaum noch reichen.

Ein Beispiel: 2.000 Euro BU-Rente haben bei 2 % Infla­tion nach 20 Jahren nur noch eine Kauf­kraft von etwa 1.346 Euro. Genau deshalb ist es so wichtig, dass die Rente im Leis­tungs­fall mitwächst. Zwei Mecha­nismen kommen dafür infrage: die Über­schuss­be­tei­li­gung und die garan­tierte Leis­tungs­dy­namik. Beide haben ihre Berech­ti­gung – aber sehr unter­schied­liche Eigenschaften.

Die Über­schuss­be­tei­li­gung: Poten­zial ohne Garantie

Viele Versi­cherer betei­ligen ihre Kunden an Über­schüssen, also Gewinnen, die sie etwa durch gute Kapi­tal­an­lagen oder gerin­gere Scha­den­quoten erzielen. Im Leis­tungs­fall kann daraus eine soge­nannte “Bonus­rente” entstehen – eine zusätz­liche Zahlung zur BU-Rente.

Doch Achtung: Diese Bonus­rente ist nicht garan­tiert. Sie wird jähr­lich neu fest­ge­legt und kann stark schwanken. In den letzten Jahren ist ein klarer Trend sichtbar: Sinkende Über­schüsse, teil­weise sogar auf null.

Das liegt unter anderem daran, dass Versi­cherer zuneh­mend Kapital für die Finan­zie­rung garan­tierter Leis­tungen zurück­halten müssen. Der gesetz­liche Höch­st­rech­nungs­zins wurde zwar 2025 auf 1,0 % ange­hoben – das redu­ziert aber zugleich den Spiel­raum für Überschussbeteiligungen.

Kurz gesagt: Die Bonus­rente kann ein erfreu­li­cher Zusatz sein, eignet sich aber nicht als verläss­li­cher Schutz gegen Inflation.

Die garan­tierte Leis­tungs­dy­namik: Der verläss­liche Inflationsschutz

Die garan­tierte Leis­tungs­dy­namik ist ein Zusatz­bau­stein, der bei Vertrags­ab­schluss verein­bart werden kann. Sie sorgt dafür, dass die BU-Rente im Leis­tungs­fall jähr­lich um einen festen Prozent­satz steigt – meist zwischen 1 % und 3 %.

Im Gegen­satz zur Über­schuss­be­tei­li­gung ist diese Stei­ge­rung vertrag­lich garan­tiert. Das macht sie beson­ders für junge Menschen sinn­voll, die poten­ziell viele Jahre berufs­un­fähig sein könnten. Denn gerade über lange Zeit­räume entfaltet sich der Effekt dieser Dynamik beson­ders deut­lich – Stich­wort Zinseszinseffekt.

Natür­lich kostet dieser Baustein extra. Je nach Eintritts­alter und Versi­cherer kann der Mehr­bei­trag pro Prozent­punkt garan­tierter Stei­ge­rung zwischen 5 % und 10 % des Grund­bei­trags liegen. Diese Kosten sollten jedoch nicht isoliert betrachtet werden – sie sichern lang­fristig die finan­zi­elle Stabi­lität im Leistungsfall.

Ein Rechen­bei­spiel verdeut­licht das:

  • BU-Rente: 2.500 Euro monatlich
  • Infla­tion: 2 % jährlich
  • Ohne Dynamik: Kauf­kraft nach 10 Jahren = ca. 2.050 Euro
  • Mit 2 % Leis­tungs­dy­namik: Rente im 10. Jahr = ca. 3.047 Euro (Kauf­kraft ausgeglichen)

Zusam­men­spiel statt Entweder-oder

Oft wird gefragt, ob man sich für eine der beiden Dyna­mik­formen entscheiden muss. Die klare Antwort: Nein. Im besten Fall ergänzen sie sich.

  • Garan­tierte Leis­tungs­dy­namik ist das verläss­liche Funda­ment, das jedes Jahr greift.
  • Über­schuss­be­tei­li­gung ist ein mögli­cher Bonus – nett, aber unzuverlässig.

In der Praxis kann das so aussehen:

  • Szenario 1: Nur Über­schüsse → Rente steigt, aber unre­gel­mäßig oder gar nicht.
  • Szenario 2: Nur garan­tierte Dynamik → Rente steigt planbar, aber ohne Bonus.
  • Szenario 3: Beides → Plan­bare Stei­ge­rung plus Chance auf mehr.

Eine gute BU sollte daher mindes­tens eine garan­tierte Dynamik enthalten. Über­schüsse können dann als zusätz­liche Verbes­se­rung betrachtet werden – aber nie als Basis.

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Was du bei Vertrags­ab­schluss unbe­dingt beachten solltest

  1. Ausrei­chende Anfangs­rente: Plane nicht zu knapp. Im Leis­tungs­fall zahlst du die Beiträge zur Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung selbst – das sind rund 20 % Abzug von der BU-Rente. Auch Entgelt­punkte für die gesetz­liche Rente entfallen.
  2. Beitrags­dy­namik: Diese sorgt dafür, dass die versi­cherte Rente in der Anspar­phase regel­mäßig steigt. Meist jähr­lich um 3 % bis 5 %. Wichtig: Du kannst einzelnen Erhö­hungen wider­spre­chen, ohne das Recht auf künf­tige Erhö­hungen zu verlieren.
  3. Garan­tierte Leis­tungs­dy­namik: Unbe­dingt bereits beim Abschluss verein­baren – nach­träg­li­cher Einschluss ist oft nur mit neuer Gesund­heits­prü­fung möglich.
  4. Über­schüsse realis­tisch einordnen: Plane sie nicht fest ein, sondern betrachte sie als Bonus. Kalku­liere konser­vativ – gerade bei lang­fris­tiger Absicherung.

Vergleich: Über­schuss­be­tei­li­gung vs. Garan­tierte Leistungsdynamik

MerkmalÜber­schuss­be­tei­li­gungGaran­tierte Leistungsdynamik
Art der SteigerungNicht garan­tiertVertrag­lich zugesichert
Wirk­sam­keitNur bei ÜberschüssenJähr­lich im Leistungsfall
GarantieNeinJa
KostenKeine direkten MehrkostenZusatz­bei­trag nötig
Abhän­gig­keitGeschäfts­er­folg des VersicherersUnab­hängig davon
Verläss­lich­keitGeringHoch

Beispiel: Entwick­lung einer BU-Rente mit und ohne Dynamik

Annahme: Start mit 1.500 Euro BU-Rente und 2 % Infla­tion pro Jahr

JahrRente ohne DynamikRente mit 2 % DynamikKauf­kraft ohne DynamikKauf­kraft mit Dynamik
11.500 €1.500 €1.500 €1.500 €
51.500 €1.624 €1.386 €1.500 €
101.500 €1.829 €1.230 €1.829 €
201.500 €2.229 €1.000 €2.229 €

Fazit: Die Reihen­folge der Absicherungsbausteine

  1. Ausrei­chende Anfangs­rente – damit im Leis­tungs­fall genug Netto übrig bleibt.
  2. Beitrags­dy­namik – um die Rente bis zum Leis­tungs­fall an die Infla­tion anzupassen.
  3. Garan­tierte Leis­tungs­dy­namik – um die Kauf­kraft der Rente dauer­haft zu erhalten.
  4. Über­schuss­be­tei­li­gung – will­kommen, aber unzuverlässig.

Diese Reihen­folge hilft dir, stra­te­gisch und nach­haltig abzu­si­chern – und verhin­dert, dass du auf unsi­chere Kompo­nenten baust, wenn das Funda­ment nicht stimmt.

Geheim­tipp: Früh abschließen lohnt sich doppelt

Je früher du dich absi­cherst, desto güns­tiger sind die Beiträge – auch für Dyna­mik­bau­steine. Außerdem profi­tierst du über viele Jahre vom Zinses­zins­ef­fekt der jähr­li­chen Stei­ge­rungen. Gerade für junge Menschen ist die garan­tierte Leis­tungs­dy­namik deshalb kein “Luxus”, sondern ein Muss.

Eine durch­dachte BU-Absi­che­rung braucht indi­vi­du­elle Planung. Dabei kann es sinn­voll sein, einen unab­hän­gigen Makler hinzu­zu­ziehen – nicht nur wegen der Produkt­aus­wahl, sondern auch für die lang­fris­tige Begleitung.

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Hinweis zum Jahresende

Das Jahr ist fast vorbei und ich kann keine Termine mehr in 2021 anbieten. Sollte ein Abschluss von Altersvorsorgeverträgen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen gewünscht sein, bitte Eiltermin buchen oder eine Eilanfrage stellen. BU geht dieses Jahr nur noch bei einwandfreier Gesundheitshistorie. Ausführliche Risikovoranfrage erst wieder ab Januar möglich.