Wie funk­tio­nieren Versi­che­rungen? Das Versi­che­rungs­prinzip einfach erklärt.

Viele Menschen wünschen sich, dass Versi­che­rungen möglichst viele Kosten über­nehmen. Der Gedanke ist verständ­lich – schließ­lich zahlt man ja regel­mäßig Beiträge. Doch das führt schnell zu Miss­ver­ständ­nissen über die eigent­liche Aufgabe einer Versi­che­rung. Beson­ders häufig begegnet mir das bei Themen wie Heil­prak­tiker- oder Zahn­ver­si­che­rungen. Da kommt manchmal die Idee auf, man könne einfach eine Versi­che­rung abschließen, damit sie die eigenen, ohnehin geplanten Behand­lungen über­nimmt. Klingt logisch, ist aber nicht der Sinn des Systems.

Das Grund­prinzip: Gemeinsam Risiken tragen

Eine Versi­che­rung funk­tio­niert im Kern ganz einfach: Viele Menschen zahlen regel­mäßig einen Beitrag in einen gemein­samen Topf. Nur bei wenigen tritt tatsäch­lich ein Schaden ein – etwa ein Unfall, eine Krank­heit oder ein Brand. Aus diesem gemein­samen Geld werden dann die Schäden dieser wenigen bezahlt.

Das Ganze beruht auf Soli­da­rität und Wahr­schein­lich­keiten. Wenn alle ein kleines Risiko absi­chern, entsteht für jeden Einzelnen ein großer Schutz. Dieses Prinzip nennt man das „Kollektiv“. Es sorgt dafür, dass du im Ernst­fall nicht allein dastehst, sondern von der Gemein­schaft getragen wirst.

Unge­wiss statt regelmäßig

Versi­che­rungs­schutz ist für unge­wisse, also unvor­her­ge­se­hene Ereig­nisse gedacht – also für Dinge, von denen man vorher nicht weiß, ob sie passieren. Typi­sche Beispiele sind ein Schaden am Auto, eine schwere Krank­heit oder eine Berufsunfähigkeit.

Plan­bare Ausgaben hingegen – wie regel­mä­ßige Zahn­arzt­be­suche, Brillen oder Behand­lungen beim Heil­prak­tiker – sind keine klas­si­schen Versi­che­rungs­ri­siken. Sie sind vorher­sehbar und gehören zur normalen Lebens­hal­tung. Wenn eine Versi­che­rung alle plan­baren Kosten über­nehmen würde, müssten die Beiträge so hoch kalku­liert werden, dass es sich am Ende kaum noch lohnt.

Warum nicht alles versi­chert werden kann (oder sollte)

Jede Versi­che­rung muss wirt­schaft­lich arbeiten. Die Beiträge orien­tieren sich an der Wahr­schein­lich­keit eines Scha­dens und an der Höhe der mögli­chen Kosten. Wenn also jeder versucht, bereits bekannte oder laufende Ausgaben über eine Versi­che­rung abzu­wi­ckeln, geht die Kalku­la­tion nicht mehr auf.

Aus diesem Grund schließen die meisten Versi­cherer laufende oder bereits begon­nene Behand­lungen aus. Das ist kein böser Wille, sondern schlicht notwendig, damit das System fair bleibt. Sonst würden alle Versi­cherten mehr zahlen – auch dieje­nigen, die gar keine Leis­tungen in Anspruch nehmen.

Der faire Gedanke dahinter

Versi­che­rungen leben vom Vertrauen. Jeder zahlt mit, obwohl er hofft, den Schutz nie zu brau­chen. Dafür kann er sich darauf verlassen, dass er im Ernst­fall Hilfe bekommt. Dieses Prinzip funk­tio­niert nur, wenn alle Betei­ligten ehrlich und realis­tisch mit dem Thema umgehen.

Es geht also nicht darum, möglichst viel heraus­zu­holen, sondern darum, gemeinsam Sicher­heit zu schaffen – für den Fall, dass etwas passiert, womit niemand gerechnet hat.

Notwen­diger Schutz und frei­wil­liger Komfort

Nicht jede Versi­che­rung muss zwin­gend exis­ten­zi­elle Risiken abde­cken, um sinn­voll zu sein. Es gibt zwei Ebenen, die man unter­scheiden kann.

1. Exis­ten­zi­elle Absicherung

Das sind Versi­che­rungen, die wirk­lich notwendig sind, weil sie dich vor einem finan­zi­ellen Desaster schützen:

  • Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung
  • Private Haft­pflicht­ver­si­che­rung
  • Kran­ken­ver­si­che­rung
  • Absi­che­rung großer Sach­werte wie Haus oder Wohnung

Ohne diese Absi­che­rungen kann schon ein einzelnes Ereignis dazu führen, dass deine finan­zi­elle Grund­lage gefährdet ist.

2. Komfort- und Zusatzschutz

Daneben gibt es Versi­che­rungen, die nicht zwin­gend erfor­der­lich sind, aber den Alltag ange­nehmer oder plan­barer machen können.
Beispiele:

  • Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung, um hohe Eigen­an­teile zu vermeiden
  • Auslands­kran­ken­ver­si­che­rung für Reisen
  • Heil­prak­tiker- oder Brillenversicherung

Solche Policen sind kein Muss, aber eine bewusste Entschei­dung. Wenn man weiß, dass man entspre­chende Leis­tungen regel­mäßig nutzt oder einfach ein gutes Gefühl haben möchte, kann das völlig in Ordnung sein. Wichtig ist nur, dass zuerst die exis­ten­zi­ellen Risiken abge­si­chert sind. Danach kann man über zusätz­li­chen Komfort­schutz nachdenken.

Prio­ri­täten setzen

Die rich­tige Reihen­folge lautet also:

  1. Erst die exis­ten­zi­ellen Risiken absichern
  2. Dann über sinn­volle Zusatz­ab­si­che­rungen nachdenken
  3. Und schließ­lich prüfen, was du lieber selbst tragen willst

Wer so vorgeht, hat eine solide Basis und kann sich zusätz­liche Leis­tungen gezielt leisten, statt auf Lücken oder böse Über­ra­schungen zu stoßen.

Warum Abwarten teuer werden kann

Viele versu­chen, den rich­tigen Zeit­punkt für einen Abschluss heraus­zu­zö­gern – aus dem Gedanken heraus, Kosten zu sparen. Das klingt vernünftig, ist aber bei Versi­che­rungen oft der falsche Ansatz.

Denn die meisten Versi­che­rungen decken unvor­her­seh­bare Risiken ab. Diese Risiken lassen sich nicht planen – sie können jeder­zeit eintreten. Wer zu lange wartet, riskiert, dass der Ernst­fall eintritt, bevor der Vertrag besteht. Und selbst wenn danach noch abge­schlossen werden kann, führen schon kleine gesund­heit­liche Auffäl­lig­keiten, Arzt­be­suche oder Diagnosen häufig zu Ausschlüssen oder Zuschlägen.

Gerade in der Berufs­un­fä­hig­keits- oder Kran­ken­ver­si­che­rung zeigt sich das beson­ders deut­lich: Wer erst handelt, wenn sich bereits erste Beschwerden zeigen, hat oft kaum noch Chancen auf vernünf­tigen Schutz.
Versi­che­rungen sollen also nicht dann abge­schlossen werden, wenn man sie braucht – sondern vorher. Das ist der eigent­liche Sinn des Begriffs „Vorsorge“.

Versi­che­rungen zahlen ja sowieso nie“ – stimmt das wirklich?

Ein oft gehörter Satz lautet: „Versi­che­rungen zahlen ja doch nicht.“
Tatsäch­lich ist das in der Regel falsch. Versi­che­rungen zahlen dann, wenn sie müssen – und ob sie müssen, steht ganz klar in den Versi­che­rungs­be­din­gungen. Genau hier liegt der entschei­dende Punkt.

Viele Enttäu­schungen entstehen, weil Policen abge­schlossen werden, ohne dass jemand die Bedin­gungen genau prüft. In den Vertrags­de­tails finden sich oft Formu­lie­rungen, Ausschlüsse oder Einschrän­kungen, die im Scha­den­fall entschei­dend sind. Wenn man diese im Vorfeld kennt und gezielt gute Bedin­gungen einkauft, sinkt das Risiko einer Ableh­nung deutlich.

Darum ist es so wichtig, dass du einen Fach­mann an deiner Seite hast, der die Bedin­gungen analy­siert, Stol­per­fallen erkennt und dir passende Tarife empfiehlt. Eine gute Bera­tung sorgt nicht nur für passenden Schutz, sondern erhöht auch die Chance, dass im Ernst­fall wirk­lich gezahlt wird.

Zusam­men­ge­fasst

Versi­che­rungen sind kein Werk­zeug, um geplante Ausgaben zu finan­zieren, sondern ein gemein­schaft­li­ches System, das dich vor unvor­her­seh­baren Risiken schützt. Sie helfen dann, wenn etwas passiert, womit niemand rechnet – und genau darin liegt ihr Wert.

Es spricht nichts dagegen, auch Komfort- oder Zusatz­ver­si­che­rungen abzu­schließen, solange die Grund­lagen stimmen. Wichtig ist, bewusst und recht­zeitig zu handeln, auf gute Bedin­gungen zu achten und Entschei­dungen mit Weit­blick zu treffen. Wer das tut, nutzt das Prinzip Versi­che­rung so, wie es gedacht ist: als verläss­li­chen Schutz, nicht als Hoff­nung auf Kostenübernahme.

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Hinweis zum Jahresende

Das Jahr ist fast vorbei und ich kann keine Termine mehr in 2021 anbieten. Sollte ein Abschluss von Altersvorsorgeverträgen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen gewünscht sein, bitte Eiltermin buchen oder eine Eilanfrage stellen. BU geht dieses Jahr nur noch bei einwandfreier Gesundheitshistorie. Ausführliche Risikovoranfrage erst wieder ab Januar möglich.