USA Anteil in MSCI World und FTSE All World gefährlich?

Warum der „Welt-ETF“ gar nicht so welt­um­span­nend ist – und welche Risiken damit verbunden sind

Wenn man sich mit lang­fris­tigem Vermö­gens­aufbau beschäf­tigt, landet man schnell bei ETFs auf den MSCI World oder den FTSE All World. Beide gelten als solide Basis­in­vest­ments – breit gestreut, global aufge­stellt und einfach inves­tierbar. Soweit die Theorie. In der Praxis zeigt sich aber: So „global“ sind diese Indizes gar nicht. Vor allem die USA nehmen einen über­pro­por­tional großen Raum ein – mit Folgen, die man kennen sollte.

Die Zahlen spre­chen für sich

Der MSCI World besteht aus rund 1.500 Unter­nehmen aus 23 Indus­trie­län­dern. Auf den ersten Blick klingt das nach einer breiten Streuung. Schaut man genauer hin, machen allein US-Unter­nehmen rund 70 bis 74 % dieses Index aus. Beim FTSE All World, der zusätz­lich auch Schwel­len­länder enthält, liegt der US-Anteil immerhin noch bei rund 60 %. Zum Vergleich: Der Anteil der USA an der welt­weiten Wirt­schafts­leis­tung liegt bei etwa 25 %. Die Gewich­tung basiert also nicht auf BIP oder Bevöl­ke­rungs­an­teilen, sondern auf Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung – und da domi­nieren die USA.

Tech-Giganten als Klumpenrisiko

Beson­ders auffällig ist die starke Konzen­tra­tion auf wenige Tech-Konzerne. Die soge­nannten „Magni­fi­cent Seven“ – darunter Apple, Micro­soft, Alphabet (Google), Amazon, Meta, Nvidia und Tesla – machen heute einen enormen Teil der großen Indizes aus. Das führt dazu, dass sich die Kurs­be­we­gungen einzelner Unter­nehmen über­pro­por­tional auf den gesamten ETF auswirken können. Apple allein wiegt im MSCI World rund eine Million Mal so schwer wie das kleinste Unter­nehmen im Index.

Die Sache mit der Diversifikation

Ein ETF auf den MSCI World vermit­telt das Gefühl, global und breit gestreut inves­tiert zu sein. Doch tatsäch­lich fehlen große Teile der Welt­wirt­schaft – Schwel­len­länder sind gar nicht enthalten, viele klei­nere Volks­wirt­schaften unter­re­prä­sen­tiert. Auch sektor­seitig ist der Fokus eng: Der Tech­no­lo­gie­sektor macht rund ein Fünftel des MSCI World aus. Diese Konzen­tra­tion bedeutet, dass die Vorteile echter Streuung – also die Abmil­de­rung von Einzel­ri­siken – zuneh­mend verloren gehen.

Was bedeutet das für dich als Anleger?

Ein so hoher US-Anteil kann proble­ma­tisch sein – etwa, wenn es zu poli­ti­schen oder wirt­schaft­li­chen Turbu­lenzen in den USA kommt. Auch die geld­po­li­ti­schen Entschei­dungen der US-Noten­bank wirken sich dann über­pro­por­tional auf dein Port­folio aus. Zudem kann es sein, dass sich andere Märkte positiv entwi­ckeln, aber im ETF kaum zum Tragen kommen, weil sie schlicht zu gering gewichtet sind.

Ein weiterer Punkt: Wenn alle auf die glei­chen Indizes setzen, entstehen soge­nannte „Konzen­tra­ti­ons­ri­siken durch Passi­vität“. Es gibt Unter­su­chungen, die zeigen, dass die stän­dige Nach­frage nach US-Tech-Aktien durch ETF-Käufe deren Kurse zusätz­lich befeuern kann – was wiederum zu noch mehr Gewich­tung führt. Ein selbst­ver­stär­kender Effekt.

Muss man deswegen alles anders machen?

Nicht unbe­dingt. Es geht nicht darum, den MSCI World oder den FTSE All World grund­sätz­lich schlecht­zu­reden. Sie sind aus gutem Grund sehr beliebt und histo­risch betrachtet auch erfolg­reich. Aber es lohnt sich, ein kriti­sches Auge auf die Zusam­men­set­zung zu werfen – und sich bewusst zu machen, worin man eigent­lich investiert.

Ob und wie man auf diese Erkennt­nisse reagiert, ist eine indi­vi­du­elle Frage. Es gibt viele Möglich­keiten, die eigene Anla­ge­stra­tegie breiter aufzu­stellen – etwa durch zusätz­liche Bausteine wie Small Caps, Schwel­len­länder oder alter­na­tive Anla­ge­klassen. Wichtig ist vor allem: Wer global inves­tieren möchte, sollte hinter­fragen, ob ein ETF mit 70 % US-Anteil wirk­lich das passende Mittel dafür ist.

ETF-Sparen in der Alters­vor­sorge – warum eine Versi­che­rungs­lö­sung sinn­voll sein kann

Gerade bei lang­fris­tigem Vermö­gens­aufbau kommt man schnell auf die Idee, einfach einen ETF-Spar­plan zu nutzen – und das kann für viele ein guter erster Schritt sein. Wenn es aber konkret um die Alters­vor­sorge geht, lohnt sich der Blick auf ETF-basierte Renten­ver­si­che­rungen. Auch wenn diese Produkte auf den ersten Blick höhere Kosten aufweisen als ein reiner Depot-Spar­plan, bieten sie steu­er­lich oft inter­es­sante Vorteile.

Steu­er­vor­teile?

Ein Beispiel: Während bei ETF-Spar­plänen im Privat­ver­mögen die Abgel­tungs­steuer auf Kapi­tal­erträge greift, kann bei Renten­ver­si­che­rungen unter bestimmten Bedin­gungen die soge­nannte Halb­ein­künf­te­be­steue­rung zum Tragen kommen. Das bedeutet: Nur die Hälfte der Erträge wird im Renten­alter versteuert – und das auch noch mit dem dann meist deut­lich nied­ri­geren persön­li­chen Steuersatz.

42% Erstat­tung vom Finanzamt?

Beson­ders span­nend ist auch die Basis­rente (Rürup-Rente): Hier können die Beiträge steu­er­lich geltend gemacht werden, was je nach Einkom­mens­si­tua­tion zu einem erheb­li­chen Steu­er­rück­fluss führt — bei einem Grenz­steu­er­satz von 42% macht das enorm viel aus. Diese Ersparnis lässt sich dann wiederum gezielt reinves­tieren – etwa in einen ETF-Spar­plan oder ein weiteres Vorsor­ge­pro­dukt. Dieses „Zwei-Konten-Modell“ kann eine sehr effi­zi­ente Stra­tegie darstellen, um lang­fristig Vermögen für den Ruhe­stand aufzubauen.

Natür­lich gilt auch hier: Es gibt viele Details, die gut über­legt sein wollen – etwa in Bezug auf Flexi­bi­lität, Verfüg­bar­keit, steu­er­liche Behand­lung in der Auszah­lungs­phase und die Auswahl des rich­tigen Versi­che­rers. Deshalb ist es umso wich­tiger, eine unab­hän­gige und fundierte Bera­tung in Anspruch zu nehmen, um eine Lösung zu finden, die wirk­lich zur eigenen Lebens­pla­nung passt.

Folge mir:

Weitere Beiträge:

Und jetzt DU!

Optimiere Deine Finanzen und Versicherungen und erziele durchschnittlich mehrere Tausend Euro Vorteil! Buche jetzt Dein kostenloses Kennenlerngespräch und wir besprechen gemeinsam, wie Du von einer unabhängigen Beratung profitieren kannst.

Letzte Chance:
Basisrente 2022

Basisrente noch in 2022 abschließen, Sonderzahlung leisten und Steuervorteil erhalten.

Hinweis zur Terminbuchung

Bitte buche nur dann einen Termin mit mir, wenn du mit mir zusammenarbeiten möchtest. Reine Informationsanfragen kann ich (aufgrund der hohen Nachfrage) in Terminen nicht bearbeiten. Dazu kannst du mir aber gerne über das Kontaktformular schreiben. 

Hinweis zum Jahresende

Das Jahr ist fast vorbei und ich kann keine Termine mehr in 2021 anbieten. Sollte ein Abschluss von Altersvorsorgeverträgen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen gewünscht sein, bitte Eiltermin buchen oder eine Eilanfrage stellen. BU geht dieses Jahr nur noch bei einwandfreier Gesundheitshistorie. Ausführliche Risikovoranfrage erst wieder ab Januar möglich.